Fallbeispiel aus der Praxis

Liebe Klient*innen, 

nach einer langen (Corona) Pause, auch auf diesem blog, begrüße ich Sie recht herzlich. 

Nach einem vermeintlich fast coronafreien Sommer, mit niedrigen Fallzahlen und Entspannung in fast allen Bereichen des täglichen Lebens, spitzt sich nunmehr die Coronalage im Land wieder dramatisch zu. Somit verstärken sich ebenfalls Ängste und Besorgnisse verschiedenster Art. Eine Sorge bedrückt die Klient*innen  in unserer Praxis jedoch besonders. Was passiert, wenn ich aus dem Haus gehe? Die Möglichkeiten der Gefahr einer Ansteckung sind vielfältig. Hierbei können weitere unangenehme Gefühle und Ängste entstehen. Es beginnt sich eine Spirale aufzubauen, die die Bewältigung des Alltags erschwert und bisweilen fast unmöglich macht. 

Ich möchte Ihnen heute anhand eines Fallbeispiels eine Möglichkeit einer Hilfestellung vorstellen, die wir in unserer Praxis mit Erfolg anwenden und wie wir mit den Klient*innen, die an uns herangetragenen Anliegen bearbeiten. 

Ich spreche von dem Verfahren der Hypnose (nach Milton Erickson), welches immer wieder Ergebnisse hervorbringt, die die Klient*innen zunächst staunen lässt. Vorab erklären wir den Klient*innen, dass es sich bei der medizinischen Hypnose nicht um ein Hexenwerk handelt und dass niemand hypnotisiert werden kann, der dies nicht möchte. Auf diese Weise bemühen wir uns durch Aufklärung die vorhandenen Fragen zu klären, bevor es an die eigentliche Arbeit geht.

Eine Frau mittleren Alters kommt in die Praxis. Sie lebt mit Mann und zwei Kindern in einem belebten Stadtteil. Sie erzählt, dass ihre Ängste sich mittlerweile nicht mehr nur auf das Thema Ansteckung beschränken, sondern auch auf andere Lebenssituationen übergegriffen haben. Des Weiteren erfahre ich, dass die Klientin therapieerfahren ist und bloß nicht mehr in der Vergangenheit wühlen möchte. 

Sie mag jedoch die Kinder nicht mehr in die Kita und in die Schule bringen, ohne Beklemmungen zu spüren. Veranstaltungen sagt sie neuerdings ab, selbst Treffen mit Freund*innen machen ihr keine Freude mehr. Ihr Mann reagiert verständnisvoll aber zunehmend hilflos aufgrund der belastenden Situation und des Leids seiner Frau. Sie erkennt sich selbst nicht wieder. 

In der ersten Sitzung, der Anamnese, erzählt die Klientin zunächst aus ihrem Leben , kommt aber dann schnell auf die Gegenwart zu sprechen und wir arbeiten heraus, dass die Hypnose das geeignete lösungsfokussierte Mittel ist, um den Alltag wieder zu bewältigen und Freude zu empfinden. Die Klientin lässt sich darauf ein und erlebt eine tiefe Entspannung, in der ich die von ihr verfassten Sätze, die wir vorher notiert haben, einfließen lasse und somit die Klientin dabei unterstütze, die eigenen Ressourcen zu aktivieren. Die Klientin verlässt die Praxis zuversichtlich und für die nächsten Aufgaben gestärkt. Wir verabreden einen weiteren Termin nach einer Woche, um den bis dahin von mir ausgearbeiteten Therapieplan zu besprechen, die vergangene Zeit zu reflektieren und weiter zu arbeiten.

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